Bilanzpressekonferenz 2020

Regionale Zeitungen berichten

SÜDKURIER

04.03.2020 | von thomas domjahn thomas.domjahn@suedkurier.de

Volksbank Konstanz wird weiblicher

Konstanz – Die Volksbank Konstanz wird an der Spitze jünger und weiblicher: Die gebürtige Hannoveranerin Sabine Meister rückt zum 1. Juli in den Vorstand der Genossenschaftsbank. Die 51-Jährige folgt auf Werner Haun (62 Jahre), der zum 1. August endgültig in den Ruhestand wechselt. Haun wiederum war im letzten Jahr aus der Rente in den Vorstand zurückgekommen, nachdem Vorstand Roger Winter plötzlich und überraschend die Volksbank verlassen hatte.

Sabine Meister wird den zweiköpfigen Vorstand gleichberechtigt mit Martin Schuhmacher (45 Jahre) bilden. Sie ist damit zwar nicht der erste weibliche Vorstand einer Volksbank in Baden-Württemberg, aber der erste weibliche Vorstand in den Regionen Bodensee, Hochrhein und Schwarzwald. So setzen beispielsweise die Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau, die Volksbank Hochrhein, die Volksbank Überlingen, die Volksbank Pfullendorf oder die Volksbank Friedrichshafen-Tettnang auf rein männliche Führungsspitzen.

„Die Debattenkultur verändert sich, wenn Frauen mit am Tisch sitzen“, sagte Meister bei ihrer Vorstellung in Konstanz. „Frauen bringen einen anderen Blickwinkel mit“, so Meister weiter. Meister ist studierte Betriebswirtin und war zuletzt bei der Volksbank Saarlouis tätig. Sie wird künftig bei der Volksbank Konstanz die Ressorts Privatkunden und Firmenkunden leiten.

Meister kommt in ein Haus, das sich zuletzt wirtschaftlich weiterentwickelt hat. Wie die Volksbank mitteilte, stieg die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2019 um 78 Millionen Euro auf 1,314 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 6,3 Prozent. Das Kreditgeschäft stieg um 7,82 Prozent auf 1,175 Milliarden Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich auf knapp 134 Millionen Euro. Unter dem Strich kam dadurch ein Bilanzgewinn von 948 000 Euro heraus. Das entspricht etwa dem Gewinn aus den Vorjahren. „Mit dem erzielten Ergebnis können wir zufrieden sein“, sagte Vorstand Martin Schuhmacher.

Die Volksbank Konstanz beschäftigt 210 Mitarbeiter und ist von Konstanz bis Hilzingen aktiv.

v.l.n.r.: Dr. Günter Spiri (Aufsichtsratsvorsitzender), Martin Schuhmacher (Vorstand), Sabine Meister (Vorständin ab 01.07.2020), Werner Haun (Vorstand)


WOCHENBLATT

04.03.2020 | Oliver Fiedler

Gruppenbild mit Dame. Erstmals wird die Volksbank Konstanz-Radolfzell von einer Vorständin geführt. Zur Bilanzkonferenz wurde Sabine Meister vom Aufsichtsratvorsitzenden Dr. Günter Spiri, ihrem künftigen Mitvorstand Martin Schuhmacher und Noch-Vorstand Werner Haun vorgestellt. swb-Bild: of

Volksbank Konstanz-Radolfzell jetzt mit Vorständin

Sabine Meister startet zum 1. Juli / Wachstumsregion spiegelt sich in Bilanz wieder

Konstanz. Die Volksbank Konstanz konnte ihre diesjährige Bilanzkonferenz mit einer bedeutenden Personalie beginnen. Denn nach dem durch den Aufsichtsrat im letzten Jahr veranlassten Ausscheiden von Vorstand Roger Winter, wurde nun Sabine Meister (51) als Nachfolgerin vorgestellt, die zum 1. Juli offiziell als neue Vorständin ihre Arbeit aufnehmen kann. Werner Haun, der seit letztem August aus dem Ruhestand für die Zeit des Übergangs als Vorstand nochmals eingesprungen war, kann damit zum 1. August zum zweiten Mal in den Ruhestand treten, wie er am Mittwoch ankündigte.

Sabine Meister kommt von der Volksbank Saarlouis an den Bodensee, und ihr Vertrag kann nicht vorzeitiger beendet werden. Dass sie nach Konstanz nun kommt, sei aber durchaus kein Zufall. Denn die aus Ulm stammende Diplom-Betriebswirtin war im Rahmen ihrer Ausbildung bei der Volksbank Ulm bereits an deren Standort in Ravensburg tätig gewesen, und lernte die Seelandschaft von dort aus schätzen, wie sie sagte. Weitere Stationen ihrer bisherigen Karriere waren die Volksbank Neu-Ulm, danach als Generalbevollmächtige der Volksbank Bonn Rhein-Sieg zur Umsetzung der Fusion zur Volksbank Köln-Bonn und eben zuletzt Saarlouis, wo sie das Firmenkundencenter leitete und den Bereich Unternehmenskunden, wie Aufsichtsratsvorsitzender Günter Spiri erklärte. Für den Posten hätten sich rund 100 Bewerber gemeldet, darunter übrigens nur drei Frauen. Zehn BewerberInnen hätten es in die Endrunde geschafft. Die Entscheidung für Sabine Meister sei einstimmig gewesen, so Spiri. Die neue Vorständin wurde, nachdem auch die Aufsichtsbehörde Bafin nun ihren Segen gegeben hatte, Anfang der Woche den Vertretern der Kunden in zwei Veranstaltungen vorgestellt. „Die Aufgaben der Bank verändern sich immer mehr. Wir werden die Themen in der Summe ansehen und auch gemeinsam entscheiden“, kündigte sie sich als Teamplayerin an.

Bank stärkt sich in labileren Umfeld deutlich

Es war ein Jahr in dem viel passiert ist, blickte Vorstand Martin Schuhmacher in seiner Bilanz zurück. Klimakrise, Brexit, die Handelsstreitigkeiten mit den USA, und zuletzt der Ausbruch des Corona Virus spielen auch in die Region hinein. Wichtigste Entscheidung für die Genossenschaftsbank sind die Zinsbeschlüsse der EZB, die es den Banken weiter schwer machen. In der Verschuldung der EU-Staaten sieht Schuhmacher ein Risiko, denn deren Interesse sei es natürlich Zinsen so weit mit möglich tief zu halten.

Angesichts fortschreitender Digitalisierung stehe die Bank vor anderen Ansprüchen ihrer Kunden, die mit vielen einfacheren Prozessen beantwortet würden. „Die Nutzung unserer digitalisierten Angebote durch unsere Kunden gibt uns Recht“, folgert Schuhmacher. Das Kerngeschäft sieht er aber weiterhin in der Beratung. Rund 10.000 Beratungsgespräche seien letztes Jahr geführt worden, damit sei man für die Kunden da. Man werde auch nicht müde darin, die Kunden auf interessante Anlagemodelle hinzuweisen, statt mit Festgeld oder auf dem Girokonto eine Geldentwertung vorzunehmen durch die Inflationsrate“, machte Schumacher deutlich. „Nicht nur Falschparken kostet eben Geld“, so Schuhmacher scherzhaft.

Die Zahlen für 2019

Die Bilanzsumme hat sich im letzten Jahr um 78 Millionen oder 6,31 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro erhöht. Der Kreditbereich wuchs um stattliche 7,82 Prozent oder 85,2 Millionen Euro auf 1,18 Milliarden Euro als Wachstumsmotor für die Bank. Die Kundeneinlagen stiegen trotz Niedrigstzins auch nochmals 42 Millionen Euro auf 905 Millionen Euro. Einen Riesensprung machte das betreute Kundenvolumen mit rund 200 Millionen Euro auf nun 2,77 Milliarden Euro.  Wachstumsfaktoren war dabei die weiter positive Stimmung in der Wirtschaft, die viele Investitionen anging, und auch die enorm steigenden Baupreise im Raum Konstanz und Speckgürtel. „Wir waren schon vor Jahren der Ansicht, dass hier Schmerzgrenzen auch für Vermögende erreicht sind, aber es ging noch höher“, so Vorstand Werner Haun. Auf die wachsende Kreditnachfrage habe man mit Erhöhungen des Eigenkapitals auf 142,6 Millionen Euro reagiert, was Schuhmacher und Haun als „gutes Polster“ ansehen. Damit könne man auch weiterhin als starker Partner für die Region agieren. Durch das Wachstum habe man den Zinsüberschuss leicht auf 22,4 Millionen Euro ausbauen können um damit den Zinsertrag bei 25,8 Millionen Euro zuhalten. Der Provisionsüberschuss wurde ebenfalls leicht gesteigert auf 12,2 Millionen Euro was unter dem Strich auch ein leichtes Plus beim Ertrag von 1,5 Millionen Euro auf nun 33,3 Millionen Euro bedeute. Gestiegen sind durch mehr Beratung aber auch die Personalausgaben auf 19,7 Millionen Euro. Ganz am Schluss steht ein minimal gesunkener Jahresüberschuss von 2,05 Millionen Euro, der nach Abzug der Einstellung in die Rücklagen einen Bilanzgewinn von 948.000 Euro ergibt. Man werde bei einer Dividende von vier Prozent für die rund 16.500 Mitgliedern bleiben, kündigte der Vorstand an. Darüber wird letztlich die Vertreterversammlung entscheiden, die am 26. Mai in Steißlingen zusammenkommt. „Wir stehen weiterhin auf dem soliden Fundament“, so die Vorstände in ihrem Ausblick.

Faktor auch für die Region

Was die aktuell laufenden Fusionsgespräche in der Region zu neuen Riesenbanken betrifft, so beharrt man am Konstanzer Lutherplatz auf die nötige regionale Nähe. Man wolle weiter nah bei den Kunden sein. Dafür werde man nun in diesem Jahr die Filiale Volkertshausen modernisieren und den Standort Dettingen zur Selbstbedienungsfiliale mit Beratungsmöglichkeit umgestalten. In Hilzingen wurde die Filiale modernisiert, die Filiale an der Konstanzer Straße wird auf Automatenbetrieb reduziert, dafür habe man nun ja an der Haselbrunnstraße eine neue große Filiale eröffnet. Mit 210 Mitarbeitern und 19 Auszubildenden zahle man 3,2 Millionen an Steuern, davon 1,5 Millionen Gewerbesteuer an die Kommunen im Geschäftsgebiet. Das Gehalt der Mitarbeiter entspreche einer Kaufkraft von 6,7 Millionen Euro. Rund 90.000 Euro habe die Bank im letzten Jahr für soziale Projekte gespendet.


Konstanzer Anzeiger

11.03.2020 | D. Pilz

Der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Spiri mit Vorstand Martin Schumacher, seiner kommenden Kollegin Sabine Meister und Vorstand Werner Haun (von links). Bild: Pilz

Volksbank Konstanz

Neuer Vorstand

Voll auf Kurs sieht sich die Volksbank Konstanz. Die Zahlen für 2019, die sie kürzlich präsentieren konnte, zeugen von solidem Wachstum bei für Banken wechselhafter Großwetterlage. Die Bilanzsumme konnten die Banker vom Lutherplatz um 78 Millionen Euro auf nun 1,314 Milliarden Euro erhöhen, was einem Plus von gut 6,3 Prozent entspricht.
Besonders das Kreditgeschäft war dabei Wachstumstreiber. Dieses konnte bei Privat- und Geschäftskunden um 7,8 Prozent auf nun 1,175 Milliarden gesteigert werden. Der Jahresüberschuss in Höhe von 2,048 Millionen Euro bleibt dabei in der Höhe des Vorjahres. Gestiegen sind auch die Kundeneinlagen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp 5 Prozent auf 905 Millionen Euro. Dies beobachtet Vorstand Martin Schumacher nicht nur mit Freude. Es gebe einen Trend zu kurzfristigen Anlagen. „Die Anleger sollten ihr Geld breiter streuen“, so Schumacher. Durch die anhaltenden Niedrigzinsen könne man so im schlechtesten Fall inflationsbereinigt sogar Geld verlieren. Aktien, Immobilien und Edelmetalle wären dabei Alternativen. Auf Minuszinsen will die Volksbank auch weiterhin verzichten.

Neues Vorstandsmitglied

Mit Sabine Meister zieht am 1. Juli erstmals eine Frau in die Vorstandsetage der Volksbank Konstanz ein. Die 51-jährige konnte sich gegen 50 Mitbewerber durchsetzen. Sie blickt auf eine rund 30-jährige Berufslaufbahn bei der Volksbankgruppe zurück – die meiste Zeit in Ulm. Die Ausschreibung war nötig geworden, weil Roger Winter im August aus dem Vorstand ausschied. Bin einschließlich Ende Juli wird der interimsmäßige Alt-Vorstand Werner Haun sein Amt bekleiden und dann - ein zweites Mal- in den Ruhestand gehen.

dip